Aus wenig mach lecker

Von meinem DiaMo-Projekt erzähle ich jedem, der es nicht hören will, denn gute Ideen können von überall kommen. So schwärmte mir neulich eine frühere Arbeitskollegin vor: „Mach doch mal Diabetiker-Rezepte mit nur fünf Zutaten, solch einfache Rezepte mag ich am liebsten.“ Ihren Tipp habe ich gern beherzigt.

Viel Auswahl, viel Ernüchterung

Als ich begann, mich nach der Typ 1-Diagnose eingehend mit meiner Ernährung zu befassen, suchte ich nach sättigenden und alltagstauglichen Rezepten ohne Gluko-Kicks. Ich wälzte Kochbücher, Rezepte-Zeitschriften, schaute Videos auf Social Media, Empfehlungen von Ärzten und anderen Profis. Auch studierte ich förmlich verschiedene Ernährungsformen und Erfahrungen von Betroffenen, um zu lernen, welche Ernährungsform und welche Nahrungsmittel bei Typ 1 Diabetes am besten passen. Je tiefer ich eintauchte, desto größer war meine Ernüchterung, nicht nur in Bezug auf die versprochene Wirksamkeit.

Warum so kompliziert?

Was mir besonders negativ auffiel: oft waren die Rezepte – auf unterschiedliche Weise – sehr kompliziert. Vor allem folgende Probleme fielen mir bei den Rezepten auf:

  • sehr viele Zutaten und Gewürze sowie lange und komplexe Zubereitungsanweisungen

  • Zutaten, von denen ich teilweise noch nie gehört hatte und auch nicht wusste, wo ich sie kaufen soll

  • Zutaten, die einmal in einem Rezept genannt wurden und dann nie wieder in einem anderen. Man kauft eine Packung, nimmt eine Prise davon und benötigt die Zutat nie wieder.

Also begann ich, selbst zu experimentieren und alltagstaugliche Rezepte mit wiederkehrenden Zutaten aus normalen Geschäften zu kreieren.

Wenige Zutaten, wenig Aufwand?

Nach dem Gespräch mit meiner früheren Arbeitskollegin begann ich geradezu obsessiv, mich auf Rezepte mit maximal fünf Zutaten zu fokussieren. Und wieder wälzte ich mich durch Print- und Digitalmedien auf der Suche nach Inspirationen. Meine Erwartungshaltung bei der erneuten Recherche war ganz eindeutig, dass wenige Zutaten automatisch auch die Komplexität reduzieren. Je mehr solcher Rezepte ich mir jedoch anschaute, desto größer wurde meine Verwunderung: Diesen Zusammenhang gab es nicht zwangsläufig. Viele dieser vermeintlich einfachen Rezepte verstecken zusätzliche Zutaten, indem sie diese z.B. als „aus dem Vorratsschrank“ bezeichnen, was die Anzahl der Zutaten teilweise verdreifacht. Als ob man zwangsläufig Kokosmilch, Chilischoten oder Senfgläser in der Küche stehen hätte. Oder sie beziehen einen Teil des Rezepts auf bereits fertige Gerichte aus anderen Rezepten und Fertigwaren aus dem Supermarkt.

Das wollte ich bei meinen eigenen Kreationen besser umsetzen.

Nachfolgend meine DiaMo-Rezepte mit wirklich und ehrlich nur fünf Zutaten je Gericht!

Omelette-Sandwich zum Frühstück

In seiner Einfachheit ist es kaum zu schlagen, gepaart mit guter Sättigung und tollem Geschmack. Wer möchte, kann auch Kräuter, Tomatenscheiben oder noch mehr Käse zwischen die “Scheiben“ legen – der eigenen Fantasie sind kein Grenzen gesetzt. Dieses Omelette-Sandwich eignet sich auch zum Abendessen oder als Prepmeal, entfaltet frisch zubereitet und warm gegessen jedoch den größten Genuss.

Kohlpfanne mit Kräutersaitlingen zum Mittagessen

Unter den Sättigungs-Boostern spielen sowohl Kohl als auch Pilze und Feta ganz vorne in der Champions League mit. Und das gänzlich ohne Gluko-Kicks. In dieser Kombination finde ich sie zudem unwiderstehlich lecker, nicht nur für Typ 1 Diabetiker, sondern für die gesamte Familie.

Schnelle Pfannen-Champignons als Abendessen

Es gibt drei Gerichte, die ich eigentlich nie selber koche, jedoch stets beim Besuch meiner Eltern von meiner Mutter „erwarte“. Ihre Champignonpfanne gehört definitiv dazu. Mit ihrem Rezept hat dieses zwar nicht viel gemein, jedoch sind Champignons der perfekte Abendsnack, wenn man Lust auf etwas Warmes hat, das keine Gluko-Kicks verursacht und dennoch den abendlichen Magen beruhigt. Statt der grandiosen Sahnesoße meiner Mutter, die neben den Pilzen entscheidend zur Sättigung beiträgt, empfehle ich etwas Joghurt oder Quark zu den Champignons. So bleibt man am Abend noch länger satt, ohne den guten Schlaf zu gefährden.

Rezepte zum Download

Viel Genuss mit wenig Zutaten gesucht? Hier gibt es die Rezepte zum Download.

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