Mein Weg mit Typ 1 Diabetes

Wie alles begann

Im April 2019 bekam ich die schockierende Diagnose: Typ 1 Diabetes. Mein erster Impuls war Verzweiflung. Als ich auf dem Heimweg meine Nachbarin traf, brach ich heulend in ihren Armen zusammen. Seit meiner Kindheit war ich stolz darauf, dass ich selten krank wurde und im Job stets die geringsten Krankheitstage hatte. Und nun das.

Relativ schnell entwickelte sich die Verzweiflung zu Trotz und zum unbedingten Willen, die Krankheit besser zu verstehen und zu steuern. Ich fing an, gemäß meiner wissenschaftlichen Ausbildung, Experimente mit Insulin, Ernährung, Bewegung an mir durchzuführen und die Ergebnisse systematisch auszuwerten, zu klassifizieren und weitere Hypothesen zu testen.

Die meisten waren von Misserfolg geprägt. Bis Februar 2024 hatte ich zwar viele Erkenntnisse, aber keinen systematischen Ansatz gefunden. Dann stolperte ich eher zufällig über nährstoffdichte Lebensmittel und eine neue, glückliche Ära meines Umgangs mit der Krankheit, begann.

Von Produkten zur Ernährungsberaterin

Seit meinen Teenagertagen beschäftige ich mich bereits mit Ernährung und habe mein Umfeld damit sowohl erfreut als auch genervt. Das erste Buch über Ernährung habe ich mit 19 Jahren auf einem Düsseldorfer Flohmarkt gekauft: Das Handbuch der gesunden Ernährung. Ich habe es förmlich verschlungen, jeden einzelnen Eintrag aufgesogen und jeden, der es (nicht) hören wollte, mit meinen Weisheiten beglückt. Völlig zerfleddert hat es sich über die Jahre bis heute in meinem Buchregal erfolgreich festgesetzt.

Daher war es für mich nach meiner Diagnose naheliegend, mich stärker mit der tatsächlich passenden Ernährung für Typ-1-Diabetiker zu beschäftigen. Denn die Empfehlungen und Ratgeber, die ich bis dahin ausprobiert hatte, boten bei mir keinen nachhaltigen Erfolg. Und von meiner Ärztin hörte ich stets: „Jeder Mensch ist anders, daher wirken bei jedem auch unterschiedliche Methoden.“

Dennoch war ich mir sicher: Der gemeinsame Nenner wurde einfach nur noch nicht gefunden!

Eine Fortbildung zur Ernährungsberaterin war für mich daher der logische nächste Schritt. Mein Beruf war jedoch ein völlig anderer: Produktmanagerin und Product Owner für digitale Plattformen. Wo ist da der Zusammenhang?

Dieser offenbarte sich in meiner Herangehensweise an die Krankheit und dem Umgang damit in meinem Alltag. Durch die Erkenntnisse als Ernährungsberaterin, kombiniert mit meinem methodischen Vorgehen aus der Projekt- und Produktplanung, habe ich das A.N.K.E.R.-Prinzip entwickelt: 5 Schritte für ein erfolgreiches Dia-Management im realen, täglichen Alltag.

Denn als Typ-1-Diabetiker hören wir oft, was wir tun oder lassen sollten. Aber wie gestalten wir unseren eigenen Alltag damit? Darauf bekommen wir erschreckend wenige Antworten.

Genau dafür habe ich ANKER entwickelt – ein Vorgehen, das sich an deine Bedürfnisse und Baustellen anpasst. Dein Werkzeugkoffer für die täglichen Herausforderungen.

Denn das Leben ist zu schön, um es dem Diabetes zu überlassen.

Mein Dia-Tagebuch

Ich bin selbst Typ-1-Diabetikerin und kenne die täglichen Herausforderungen im Umgang mit Blutzucker, Ernährung und Alltag sehr genau.

Über viele Jahre habe ich mich intensiv mit meinem eigenen Diabetes auseinandergesetzt – nicht nur aus persönlichem Interesse, sondern auch aus dem Wunsch heraus, Zusammenhänge besser zu verstehen und nachhaltige Lösungen zu finden.

Beruflich habe ich als Produktmanagerin im Bildungsbereich gearbeitet und komplexe Inhalte strukturiert, verständlich aufbereitet und für unterschiedliche Zielgruppen zugänglich gemacht. Dieses Wissen nutze ich heute auch für dia-mo.org.