Die Mäßigung nach der Völlerei: der Veganuary
Was mit einigen tausend Teilnehmern als Challenge begann, entwickelte sich mittlerweile zu einem Massenphänomen mit Millionen begeisterter Anhänger: der Veganuary. Im veganen Januar steht das Tierwohl im Fokus der Ernährung, im Kontrast zu den Schlemmereien und Fleischbergen der Weihnachtszeit.
Vegan heißt nicht gleich diabetiker-geeignet
Einige der insulin-freundlichsten Lebensmittel sind nicht vegan. Vor allem Fleisch, Fisch und Eier haben keine Kohlenhydrate und sind daher besonders blutzucker-freundlich. Es gibt sogar Ratgeber für Typ 1 Diabetiker mit der Empfehlung, sich überwiegend von diesen Lebensmitteln zu ernähren (z.B. Davis, Runyan: The ketogenic diet for Type 1 diabetes, 2015). Weder für die allgemeine Gesundheit, noch für den Cholesterinspiegel, ist dies (vor allem im Hinblick auf Fleisch und Eier) von dauerhaftem Vorteil.
Im Gegensatz dazu sind Stärke und Zucker vegan, verursachen jedoch die höchsten und langwierigsten Gluko-Kicks. Der Veganuary ist für Diabetiker daher kein Selbstläufer.
Die Herausforderung für Diabetiker
Wenn sowohl tierische Fette und Eiweiße, als auch große Mengen an Kohlenhydraten vom Speiseplan verschwinden, werden pflanzliche Fette und Eiweiße zu den Stars auf dem Teller. Und nicht zu vergessen, das beste, was die pflanzliche Welt zu bieten hat: Gemüse! Kein Nahrungsmittel ist vielfältiger und schmeckt besser als Gemüse. Woher die (teilweise schon radikale) Abneigung so vieler Menschen kommt, kann ich absolut nicht nachvollziehen.
Die zentralen Fehler bei der Zubereitung
Als ich in meinen Zwanzigern war, kamen zwei Cousinen zu meinen Eltern zu Besuch. Meine Mutter hat immer selbst gekocht und Gemüse gehörte bei uns täglich auf den Tisch. Doch meine Cousinen waren der Überzeugung, Gemüse würde ihnen nicht schmecken. Meine Mutter ließ sich davon nicht beirren: Mein Haus, meine Regeln. Also bekamen sie ein Mittagessen mit Brokkoli und Blumenkohl aufgetischt. Für die beiden der blanke Horror – so dachten sie zumindest. Zu ihrer großen Überraschung schmeckte ihnen das Gemüse. Wie sich herausstellte, standen ihre Mütter auf Kriegsfuß mit Gewürzen. Eine Erfahrung, die ich seit Jahrzehnten auch mit Tofu mache: Es schmeckt immer dann nicht, wenn man es nicht richtig würzt. Als ob Menschen, die kein Fleisch essen wollen, gleichzeitig der wunderbaren Welt der Gewürze abgeschworen hätten.
Die Herausforderung für Diabetiker
In meinen Rezepten lege ich größten Wert darauf, dass die Speisen gut schmecken, sättigen und jeden, ob Diabetiker oder nicht, gleichermaßen begeistern. Essen soll glücklich machen und nicht belasten. Nach diesen Prinzipien habe ich auch die veganen Gerichte für den Veganuary konzipiert und ausgewählt:
Grüne Currysuppe mit Kokosmilch
An kalten Wintertagen gibt es nichts besseres als eine würzige Kokosmilchsuppe. Diese Suppe ist ein wahrer Segen: sie wärmt die Seele, ist überraschend schnell zubereitet und geschmacklich unübertroffen. Mit einem kleinen Kniff, den Konjak-Nudeln, kann man sie in eine vollwertige Mahlzeit verwandeln.
Frikadellen mit Pommes und Ketchup – in vegan
Ich „verhunze“ gerne Klassiker der deftigen Küche und gestalte sie in vegetarischen und veganen Varianten. Die EU möchte die Namensgleichheit zwischen Fleisch- und vegan-vegetarischen Alternativen verbieten, daher nenne ich meine Kreationen vorausschauend Weberlurst oder Wratbürstchen. Die Frikadellen habe ich noch nicht umbenannt, nach meiner Logik müssten sie dann Drikafellen heißen. Das Gemüse darf dann auch nicht Pommes heißen, denn es sind schließlich keine Kartoffeln. Und spricht auch etwas gegen Ketchup, der aus Paprika statt Tomaten gemacht wurde?
Beeren-Dessert
Ich liebe Nüsse, aber Cashews sind nicht meine Favoriten. Eingeweicht sind sie jedoch eine großartige Grundlage für vegane und diabetiker-freundliche (Süß-) Speisen. Mit Beeren aus der Tiefkühltruhe gemixt, entsteht in wenigen Minuten ein köstliches, erfrischendes Dessert, auch im Winter. Einziges „Manko“: das Einweichen der Nüsse am Vorabend nicht vergessen!
Auf ein gesundes 2026!
Download der Rezepte
Viel Erfolg und gutes Gelingen beim Veganuary 2026! Hier geht es zu den Rezepten.





