3 Tage Prepper light – für Weltentdecker mit Typ 1

Ich liebe Kurztrips. Städtereisen an verlängerten Wochenenden, raus ans Wasser oder einfach mal ein paar Tage ins Grüne. Mit Freunden haben wir mittlerweile eine kleine „Klassenfahrt“-Runde etabliert: Gemeinsam neue Städte entdecken und einfach eine gute Zeit haben. Und die Einzige mit Typ 1 Diabetes bin wieder ich.

Mit Typ 1 verreisen

Mit Typ 1 zu verreisen bedeutet nicht, dass ich anders reisen möchte als alle anderen. Ich möchte nicht diejenige sein, die bei jedem Essen erst eine Grundsatzdiskussion über Kohlenhydrate führt oder mit einer Sonderrolle am Tisch sitzt. Jedoch habe ich mit den Jahren gelernt: Ein bisschen Vorbereitung macht das Reisen entspannter.

Meine Strategie ist deshalb ein Mittelweg. Ich nehme mir eine kleine Grundversorgung mit, die mir Sicherheit gibt, wenn der Hunger kommt oder die Essenssituation schwierig einzuschätzen ist. Gleichzeitig gehe ich ganz normal mit der Gruppe essen und probiere auch Dinge aus. Denn mein Ziel ist nicht, den Typ 1 auf Reisen perfekt zu kontrollieren. Mein Ziel ist es, Gluko-Kicks soweit wie möglich zu vermeiden und dabei mein Leben voll zu genießen.

Nicht alles kontrollieren – aber vorbereitet sein

Gerade unterwegs entstehen viele Situationen, die für Menschen mit Typ 1 schwieriger einzuschätzen sind. Die Anreise zum Beispiel: Man sitzt mehrere Stunden im Zug oder Auto, bewegt sich wenig und irgendwann kommt der Hunger. Dann sind schnell verfügbare Snacks oft die naheliegendste Lösung. Ein Brötchen vom Bahnhof, ein Snack aus dem Bordbistro oder etwas von der Tankstelle.

Aber gerade bei solchen „unbekannten“ Lebensmitteln ist es schwieriger einzuschätzen, wie der eigene Blutzucker darauf reagiert. Die Menge, die Zusammensetzung und die individuelle Verarbeitung spielen eine große Rolle. Zudem sorgen diese stärkehaltigen Lebensmittel bei langem Sitzen oft für garantierte Gluko-Kicks. Und die braucht nun wirklich kein Diabetiker.

Für mich bedeutet Vorbereitung deshalb nicht Verzicht. Es bedeutet vielmehr, eine Wahl zu haben. Wenn ich etwas gut planbares dabei habe, muss ich nicht aus Hunger heraus entscheiden – und vermeide so potentiell schlechte Entscheidungen, die nicht ich, sondern mein Hunger trifft.

Frühstück unterwegs: Gemeinsam essen, aber vorbereitet starten

Eine typische Situation auf Kurztrips ist das Frühstück. Man sitzt gemeinsam am Tisch, jemand holt Brötchen, es gibt verschiedene Beläge und alle starten entspannt in den Tag.

Ich möchte dabei natürlich nicht außen vor sein. Deshalb nehme ich am liebsten mein fluffiges Körner-Müsli auf Reisen mit. Die trockene Mischung lässt sich einfach vorbereiten und in größerer Menge mitnehmen. Milch, Joghurt oder Kefir bekommt man in der Regel problemlos vor Ort. Der Vorteil: Ich starte mit einem Frühstück, dessen Zusammensetzung ich kenne und das mich lange satt hält. Mit der Runde sitze ich damit am Tisch, esse auch mal etwas Käse, vom Gemüse, die Antipasti und probiere rum. Bei unbekannten Backwaren bin ich hingegen zurückhaltender. Ein Brötchen kann für mich völlig in Ordnung sein. Bei mehreren Brötchen habe ich bereits oft längere negative Auswirkungen auf meinen Blutzucker festgestellt.

Für mich ist daher der Unterschied entscheidend: Ich verzichte nicht. Ich entscheide bewusster.

Essen gehen: Der Hunger ist der schlechteste Berater

Eine meiner wichtigsten Regeln auf Reisen lautet: Wenn es mir möglich ist, gehe ich nicht ausgehungert essen. Denn Hunger verändert Entscheidungen. Das kennt vermutlich jeder Mensch – mit oder ohne Diabetes. Gerade bei Stadtfesten oder Märkten wird es herausfordernd. Wir waren beispielsweise beim Krämerbrückenfest in Erfurt. Eine tolle Veranstaltung mit vielen regionalen Spezialitäten. Zwischen duftenden Handbroten, Bratwürsten und anderen Angeboten war die Versuchung groß – allerdings auch die Gefahr von Gluko-Kicks, denn viele dieser „Köstlichkeiten“ sind klassische Vertreter der dia-bolischen Triade. Für mich als Diabetikerin mit gesundheitsbewusster Ernährungsweise war es jedoch ein entspanntes Schlendern, weil ich vorgesorgt hatte.

Meine Reispapierrollen waren dabei meine rettenden Reisebegleiter. Sie haben mir geholfen, entspannt durch die Stadt zu laufen und nicht irgendwann nur noch nach der schnellsten Essensquelle zu suchen. Als wir später auch „ordentlich“ essen gingen, konnte ich viel ruhiger auswählen. Salate, Feta, Gemüsegerichte oder Ofengemüse gehören dabei zu meinen Favoriten.

Und das dazu servierte Baguette? Das muss nicht zwangsläufig auf meinem Teller landen.

Eine kleine Reiseausstattung ist besser als keine

Zuletzt hatte ich folgendes Thema auch vermehrt mit einigen Kundinnen: Gerade beim Thema Reisen dachten sie in Extremen: „Ich kann doch nicht für drei Wochen Essen mitnehmen.“ Oder: „Ich will doch mit meiner Familie die Zeit entspannt genießen und nicht immer nur meine Vorräte zusammensuchen.“ Das stimmt. Aber daraus folgt nicht zwangsläufig, gar nichts vorzubereiten. Es ist kein Fall von „entweder-oder“, sondern ein Fall von „sowohl-als auch“.

Wenn ich für drei Wochen verreise und für eine Woche eine Alternative dabeihabe, dann habe ich trotzdem etwas gewonnen. Eine Woche bessere Planbarkeit ist besser als keine. Oder anders gesagt: Jeder Tag zählt. Bei DiaMo geht es nicht um perfekt oder gar nicht. Es geht darum, den Alltag mit Typ 1 ein Stück einfacher zu machen und dabei Gluko-Kicks immer dann, wenn es möglich ist, zu reduzieren oder zu vermeiden.

Die passenden DiaMo-Rezepte für Kurztrips

Für mehrtägige Kurztrips haben sich bei mir daher die folgenden Begleiter bewährt:

🌾 Fluffiges Körner-Müsli

Eine vorbereitete Frühstücksmischung, die sich flexibel mitnehmen lässt und für mich zu einem wichtigen Begleiter im Alltag geworden ist. Ich esse sie mehrmals in der Woche als Frühstück, wahlweise mit Mandelmilch, Sojamilch oder Kefir und – kurz vor dem Essen, wenn die die Zutaten aufgequollen sind – gebe ich Kokosjoghurt oder eine Alternative dazu. Nein, ich esse nicht vegan, aber es schmeckt mir einfach am besten und hat zudem in dieser Konstellation weniger Kohlenhydrate. Mit den Ballaststoffen ist es ein perfekter Start in den Tag – und mehrfach erfolgreich auf mehrtägigen Reisen auch für die Anreise erprobt.

🥬 Gefüllte Reispapierrollen

Eine praktische Möglichkeit für unterwegs, wenn die nächste passende Mahlzeit noch nicht absehbar ist. Im Zug stillen sie den kleinen Hunger, vor einem Restaurantbesuch schützen sie vor potentiell „falschen“ Entscheidungen. Und dann schmecken sie auch noch richtig lecker, auch den Reisebegleitern. Daher Vorsicht beim Teilen! Sie könnten schneller verschwinden als geplant.

🌻 Saaten-Knäckebrot und 🧀 Käse-Körner-Chips

Knusprig, haltbar und einfach mitzunehmen – ideal für Reisen oder als Snack zwischendurch. Beide sind herzhafte Reise-Snacks, die nicht nur bei Menschen mit Diabetes gut ankommen. Und das Knäckebrot bietet auch beim Frühstück eine leckere Alternative zu Brötchen oder Abwechslung zum fluffigen Müsli.

Rezepte zum Download

Alle Rezepte für den Kurztrip auf einen Blick gibt es hier zum Download. Auch auf Reisen gilt: Dein Leben gehört dir. Nicht dem Diabetes.


Juli 2026

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