Mein Name ist Zucker und ich bin sehr viele
Wir verfallen oft dem Irrglauben, gar nicht so viel Zucker zu essen, denn schließlich löffeln wir ihn nicht aus der Tüte. Jedoch ist Zucker nicht nur mehr Lebensmitteln beigemischt, als wir denken, sondern auch in viel höherer Dosis, als wir erahnen. Dabei versteckt er sich sehr raffiniert hinter vielen Namen.


Zucker ist nur ein Deckname
Vor allem im Hinblick auf die sogenannte Zuckerkrankheit Diabetes führt der Begriff Zucker zu Missverständnissen. Als Typ 1 Diabetiker liegt unser Problem nicht in der mangelnden Fähigkeit zur Verarbeitung von Zucker selbst, welcher allgemein mit dem Haushaltszucker assoziiert wird, sondern in der Verarbeitung seines Bestandteils Glukose. Glukose ist der kleinste Nenner aller Kohlenhydrate, nicht nur des (Haushalts-) Zuckers, und nur sie kann vom Körper verwertet und in Energie umgewandelt werden. Und nur Glukose – nicht der Zucker – wird durch Insulin reguliert. Für uns Typ 1 Diabetiker ein entscheidender Unterschied.
Empfehlungen und tatsächlicher Konsum
Dennoch ist unser übermäßiger Konsum von Zucker, und damit zwangsläufig auch Glukose, ein gesundheitliches Risiko. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt täglich weniger als 50 g Zucker einzunehmen, verweist dabei jedoch auf den idealen Wert von weniger als 25 g am Tag, was ca. 200 ml Fruchtsaft entspricht. In Deutschland liegt der durchschnittliche tägliche Verbrauch von Frauen jedoch bei 61 g und von Männern bei 78 g (https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00005462/A1675.pdf). Diesem Zuckerüberschuss werden zahlreiche Krankheiten zugeschrieben, so auch Typ 2 Diabetes, welches ebenfalls unter Typ 1 Diabetikern zunehmend ‚populär‘ wird (DiaMo-Blogbeitrag zum Thema Double-Diabetes: https://www.dia-mo.org/uber-falsche-annahmen-und-stereotypen).
Des Zuckers viele Kleider
Das wissen auch die Hersteller von Lebensmitteln, die ihre Produkte oft gerne mit Slogans wie „zuckerfrei“ bewerben. Dabei wird der Zucker sehr geschickt in den Zutatenlisten ihrer Lebensmittel versteckt. Beim Diabetesberater-Team meiner Ärztin sah ich neulich eine zu diesem Thema hilfreiche Übersicht, die ich inhaltlich angepasst und optisch nachgestellt habe:
Quelle: Eigene Darstellung
In dieser Darstellung sieht man die diversen Verkleidungen des Zuckers. Bestimmt gibt es noch weitere, jedoch soll diese Übersicht grundsätzlich die Zucker-Vielfalt zeigen, mit der wir in unserer täglichen Ernährung – oft auch unbewusst – konfrontiert werden. Zur besseren Einschätzung kann man sich merken, dass Worte wie Süße, Sirup und Saft sowie die Endung auf -ose stets dazu zählen.
Zucker in DiaMo-Rezepten
In jedem DiaMo-Rezept wird der Zuckeranteil explizit ausgewiesen, der dabei, bis auf die geringfügige Ausnahme in einigen Muffins und Kuchen, stets aus natürlichem, in den Zutaten enthaltenem Zucker stammt. Es erschreckt mich dennoch selbst, wie hoch sein Anteil an den genannten Kohlenhydraten ist, ohne dass auch nur ein Gramm hinzugefügt wurde. Letztendlich ist Zucker, bzw. Glukose, ein wichtiger Energielieferant und für unser Leben unentbehrlich. Aber wie bei allen Dingen im Leben: Nicht der Verzicht, sondern das richtige Maß macht es zu einem Gewinn für unser tägliches Leben, unsere Gesundheit und das langfristige Wohlbefinden.





