🥔 Bunter Kartoffelsalat

Unser traditionelles Familienrezept

🛒 Zutaten für ca. 18 Portionen

Gemüse & Basis

  • 350 g mehlig kochende Kartoffeln

  • 200 g Sellerieknolle

  • 150 g Petersilienwurzel

  • 450 g Karotten

  • ca. 1 l heißes Wasser

  • 3–4 Eier

  • 250 g Cornichons

  • 100 g junge Tiefkühl-Erbsen

  • 50 g rote Paprika

  • 40 g Porree

Mayo-Sauce

  • 130 g Mayonnaise (am besten polnische Mayonnaise, z. B. Majonez kielecki)

  • 20 g scharfer Senf

  • 2 TL Salz

  • frisch gemahlener Pfeffer


🔪 Zubereitung

1. Gemüse vorbereiten (am Vortag)
Kartoffeln, Sellerie, Karotten und Petersilienwurzel ungeschält in einen großen Topf geben und mit etwa 1 l Wasser zugedeckt ca. 30 Minuten kochen, bis das Gemüse weich ist.

Anschließend abkühlen lassen, schälen und in kleine Würfel schneiden.

2. Eier und Cornichons vorbereiten
Während das Gemüse kocht, die Eier hart kochen.

Cornichons klein würfeln und anschließend etwa 30 Minuten in einem Sieb abtropfen lassen.

Die abgekühlten Eier schälen und ebenfalls in kleine Würfel schneiden.

3. Salat ziehen lassen
Alle vorbereiteten Zutaten miteinander vermischen, salzen und zugedeckt über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.

Die Tiefkühlerbsen über Nacht in einem Sieb auftauen lassen.

4. Fertigstellen (am Festtag)
Paprika und Porree in sehr kleine Würfel schneiden.

Zusammen mit den abgetropften Erbsen zur Gemüsemischung geben.

Mayonnaise, Senf und reichlich frisch gemahlenen Pfeffer hinzufügen und alles gründlich vermischen.

5. Abschmecken und servieren
Den Salat vor dem Servieren nochmals mindestens eine Stunde kühl stellen.

Anschließend final abschmecken und nach Wunsch dekorieren.


📉 Darum ist das Rezept für Typ 1 sinnvoll

👉 Der Kartoffelanteil wurde reduziert und durch zusätzliches Gemüse ergänzt, wodurch die Kohlenhydratmenge im Vergleich zu klassischem Kartoffelsalat deutlich sinkt.

👉 Sellerie, Petersilienwurzel und Karotten sorgen trotzdem für die typische Struktur und einen vollmundigen Geschmack.

👉 Durch die große Gemüsemenge entsteht ein sättigender Salat, der sich gut als Beilage oder Bestandteil eines Buffets eignet.


💉 Blutzucker-Tipps

👉 Die Kohlenhydrate stammen hauptsächlich aus Kartoffeln, Karotten und Erbsen und sollten bei der Berechnung berücksichtigt werden.

👉 Durch den reduzierten Kartoffelanteil fällt die Kohlenhydratmenge pro Portion geringer aus als bei klassischen Kartoffelsalat-Rezepten.

👉 Fett und Eiweiß aus Mayonnaise und Eiern können die Verdauung der Mahlzeit verlangsamen und einen verzögerten Anstieg des Blutzuckers verursachen.


🍽️ Alltag & Einsatzmöglichkeiten

✔️ Perfekt für Feiern: Die große Menge eignet sich besonders gut für Familienfeste, Buffets oder größere Runden.

✔️ Gut vorzubereiten: Da der Salat über Nacht durchziehen soll, kann ein großer Teil der Arbeit entspannt am Vortag erledigt werden.

✔️ Ideal für Gäste: Der Salat steht bereit, wenn jemand Hunger bekommt, ohne dass Gastgeber noch etwas vorbereiten müssen.


🥡 Aufbewahrung & Vorbereitung

✔️ Durchziehen erwünscht: Über Nacht im Kühlschrank entwickelt der Salat seinen besten Geschmack.

✔️ Mehrere Tage haltbar: Gut gekühlt und verschlossen hält sich der Salat mehrere Tage.

✔️ Bei tagelangen Feiern (wie Weihnachten): Nur die Hälfte des Salats final würzen, ink. Mayo. Die zweite Hälfte kühl stellen und erst bei Bedarf mit Gewürzen und Mayo mischen. So bleibt der Salat noch frischer und aromatischer.


💡 Extra-Tipps

Für den originalen Geschmack empfehle ich polnische Mayonnaise. Sie ist meist würziger als viele deutsche Varianten und gibt dem Salat seinen typischen Charakter.

Wer Cholesterin reduzieren möchte, kann einen Teil der Mayonnaise durch Joghurt (3,5–3,8 % Fett) ersetzen und die Eiermenge reduzieren. Geschmack und Cremigkeit verändern sich dadurch jedoch.


😊 Persönliche Anmerkungen

Dieser Salat gehört für mich zu jedem größeren Familienfest. Das Rezept stammt aus unserer Familie und wird seit vielen Jahrzehnten in genau dieser großen Menge zubereitet. Nicht, weil wir besonders viel essen, sondern weil an Feiertagen immer jemand vorbeikommt. Familie, Freunde oder spontane Gäste – irgendwer greift eigentlich immer zur Salatschüssel. Genau das mag ich daran.

Der Salat wartet einfach im Kühlschrank, bis die nächsten Menschen am Tisch sitzen. Niemand muss noch schnell etwas kochen oder vorbereiten. Es ist immer etwas da, das alle gerne essen.

Für DiaMo habe ich das Familienrezept etwas angepasst und den Kartoffelanteil zugunsten von Sellerie, Petersilienwurzel und Karotten reduziert. Geschmacklich hat sich dadurch erstaunlich wenig verändert, der Salat wird aber deutlich kohlenhydratärmer.

An einer Sache habe ich allerdings nicht gerüttelt: In diesem Salat ist polnische Mayonnaise ein Muss.


Die Nährwertangaben sind rechnerisch kalkulierte Circa-Werte und können, in Abhängigkeit von den verwendeten Zutaten, variieren.

Nährwertangaben - Menge pro Portion

Portionsgröße: je 100 g

Kalorien: 95 kcal

Fette gesamt: 6,6 g

Cholesterin: 51 mg

Kohlenhydrate gesamt: 6,1 g

Ballaststoffe: 2,1 g

Zucker: 2,5 g

Eiweiß: 2,7 g

✔️ Für Diabetiker

✔️ Glutenfrei

✔️ Laktosefrei

✔️ Low Carb

✔️ Vegetarisch

Ein Familienrezept, das bei vielen polnischen Familien zu Feiertagen einfach dazugehört. Die klassische Variante ist eigentlich ein Kartoffelsalat und jede Familie hat ihre eigenen zusätzlichen Zutaten und Kombinationen. Eine Tante macht ihn mit Mais, wir mit Erbsen. Wir tun Paprika rein, andere tun das nicht. Usw.

Für DiaMo wurde er leicht angepasst: Weniger Kartoffeln, dafür mehr Gemüse – ohne den typischen Geschmack zu verlieren. Die Dia-freundliche Variante bekommt daher durch Sellerie und Petersilienwurzel ihre ganz eigene Note.

Arbeitszeit: 1 Std.

Koch-, Backzeit: 30 Min.


🌟 Gästeliebling

Rezeptgeschichte: Der Salat, der nie ein Rezept war

Diesen Salat gibt es in unserer Familie schon, solange ich denken kann. Geburtstage, Feiertage, Familienfeiern – eigentlich gab es keine Gelegenheit, bei der er gefehlt hat. Wir haben schon immer gerne gefeiert und natürlich gehörte auch immer gutes Essen dazu.

Meine erste Aufgabe als Kind bei solchen Festen war irgendwann die Dekoration. Allerdings mussten wir relativ schnell feststellen: Das ist nicht unbedingt meine Stärke. Heute habe ich ich einen Begriff dafür: "Schön-Legasthenikerin". Ich kann lecker, aber schön ist nicht unbedingt mein Spezialgebiet.

Also übernahm ich irgendwann das Schnibbeln. Während das für meine Mutter eher eine lästige Arbeit war, hatte es für mich immer etwas Entspannendes. Kochen, schälen, kleine Würfel schneiden, und ganz nebenbei Gedanken sortieren – bis heute ist das für mich fast schon meditativ.

Nur hatte ich irgendwann ein kleines Problem: Ich konnte diesen Salat selbst nicht mehr sehen. Nicht, weil er nicht schmeckt, sondern weil ich ihn einfach schon so oft gemacht und gegessen hatte.

Jahre vergingen, dann kam die Studienzeit. Für eine Party sollte ich einen Kartoffelsalat mitbringen. Das Problem: Ich konnte keinen anderen. Also machte ich natürlich unseren Familiensalat.

An diesem Abend war ich allerdings noch zu einer zweiten Party eingeladen. Deshalb gab ich den Salat meiner Mitbewohnerin und folgte zunächst der anderen EInladung. Trotzdem war ich ziemlich gespannt: Würde ihn überhaupt jemand essen?

Ich hatte viele Zweifel. Diese vielen kleinen Würfel, die Mayonnaise, die Optik – vielleicht finden andere Leute ihn gar nicht so toll wie wir. Vielleicht bleibt die Schüssel komplett unangetastet. Als ich später zur zweiten Party kam, führte mein erster Weg daher direkt in die Küche. Ich wollte nur sehen, ob sich jemand an die Schüssel traute oder sie noch voll war.

Doch ich fand sie nicht.

Nach kurzem Suchen entdeckte ich eine Bekannte. In der einen Hand hielt sie die Schüssel, in der anderen einen Esslöffel und kratzte gerade die letzten Reste heraus.

Ich war völlig irritiert - wo war mein Salat hin?

Doch dann kam die Auflösung: "Was? Du hast den gemacht? Wie machst du den? Was kommt da rein?" Die Begeisterung war riesig. Die Leute waren völlig hin und weg von unserem ganz normalen Familiensalat. Für mich war er mittlerweile Alltag geworden – für andere war er der absolute Hit.

Nur hatte ich ein Problem: Ich konnte das Rezept nicht so erklären, wie es sich die anderen wünschten.

Wie viele Kartoffeln kommen hinein?

"So viel, dass der Boden vom Topf bedeckt ist."

Wie viel Gramm sind das?

"Keine Ahnung."

Wie groß ist denn der Topf?

"Es ist der aus meinem Schrank."

Und genauso ging es mit allen Zutaten weiter.

Wie viele Erbsen? So viele, dass die Farbe passt.

Wie viele Cornichons? So viele, dass es nicht zu sauer wird.

Es gab dazu kein Rezept. Das war die reine, von meiner Oma und Mutter an mich übergebene Erfahrung.

Und genau das war auch eine der größten Herausforderungen für mich bei DiaMo: Aus Kochen nach Gefühl ein Rezept zu machen. Mengen abwiegen, Schritte aufschreiben und aus einem Familiengericht etwas zu machen, das auch andere Menschen nachkochen können.

Vor zwei Jahren ist es mir endlich gelungen.

Und das Schönste daran: Der Salat ist immer noch unser Familiensalat und auch weiterhin der Hit auf meinen Partys. Nur kann ich ihn jetzt mit anderen teilen.

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